Goodbye Leipzig

Ende 2004 bin ich nach Leipzig gezogen. Ein Jahr ins Studentenwohnheim, danach in den Leipziger Westen. Hier sitze ich jetzt und überlege, wie ich meine Gedanken in Worte fassen kann. Ich habe mir nie die Frage gestellt, ob ich hier nach meinem Studium bleiben möchte. Berlin kam da oft in den Sinn und gedanklich war ich auch schon davon überzeugt, dort zu landen. Nun passieren im Leben oft die seltsamsten Dinge. So war das vor und in Leipzig und so wird das auch nach Leipzig sein. Als Deutsch-als-Fremdsprachler tat sich mir vor kurzem eine Tür auf, mit der ich kaum gerechnet habe. Bevor sie wieder zu ging, stellte ich einen Fuß hinein und darf euch sagen, dass ich ab April im Goethe-Institut in München arbeiten werde. Für mich ist das großartig und ein riesiger Schritt.

Rückblickend hatte ich wunderschöne Jahre in Leipzig. Die negativen Sachen kann ich locker an einer Hand abzählen und um die soll es nicht gehen. Ich möchte auch nicht die Orte aufzählen, die ich hier liebgewonnen habe. Vielmehr soll es um die Menschen gehen, die ich in den letzten Jahren kennengelernt und wiederentdeckt habe, sei es in Leipzig, Berlin oder anderswo.

Ich bin kein Partygänger, mach mich oft relativ rar, ja man würde mich nicht als Experten im Socializing bezeichnen. Ich bin froh, in den letzten Jahren viele Freunde und Freundinnen gewonnen zu haben. Falls du du dich gerade fragst, ob du gemeint bist: Ja, das bist du.

Ab April heißt es für mich Auf Wiedersehen Leipzig und alle, die ich deshalb seltener als ohnehin schon sehe. München ist kein Nirgendwo und ich bin nicht aus der Welt gefallen. In diesem Sinne sieht man sich.

 

Autor: Stefan

Japanologe, Deutsch-als-Fremdsprachler, Blogger, Schatzsucher. Hobbys sind Lesen, Gucken und Machen.

7 Gedanken zu „Goodbye Leipzig“

  1. Ich bin auch vor fünf Monaten von Leipzig nach München gezogen, berufsbedingt. Es ist bitter, dass man so viel zurücklassen muss, aber das Neue ist in vieler Hinsicht eben auch das, was man draus macht. Die Unterschiede zwischen Leipzig und München sind trotzdem riesengroß – soätestens, wenn man auf seinen Mietvertrag schaut 🙁

  2. Ja das Glaube ich gerne. Ich bin frohen Mutes und denke, dass man, wenn man Unterschiede sucht, diese auch schnell findet. Du hast recht, es kommt darauf an, was man mit der Situation macht.
    Mein Ziel ist jetzt, erstmal einen Mietvertrag zu haben. Ansonsten muss ich mir die schönste Brücke aussuchen, unter der ich übernachten kann.

  3. Hallo Stefan, ich freu mich für Dich! Goethe-Institut klingt nach einer tollen Herausforderung und nach einer Chance zu der man auf keinen Fall ‘nein’ sagen sollte, auch wenn man dafür Leipzig gegen München eintauschen muss. Ich wünsch Dir ganz viel Erfolg: bei der Wohnungssuche, in deinem neuen Job und im Umgang mit den Bayern ;-)!

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